Wissenswertes über Rohstoffe – Naturkosmetik

Du willst dir deine eigene Naturkosmetik selbst herstellen? Doch weisst noch nicht so recht wie du das machen sollst? Ich zeige dir hier kurz auf was es ankommt und wie einfach es wirklich geht.

Es existieren bereits Millionen von Naturkosmetik-Rezepten für alles Mögliche zum selber Herstellen. Cremes, Lotion, Reinigungsprodukte etc. Ich habe vieles ausprobiert und mich auch sehr damit beschäftigt und auseinandergesetzt, wie die einzelnen Komponenten wirken, zusammenpassen und vereint werden können. Man kann es kompliziert angehen aber auch ganz einfach. Ich bin mehr für die einfache Lösung.

Doch als aller erstes solltet ihr wissen, welche Rohstoffe für eure Zwecke geeignet sind. Soll heißen: Welcher Hauttyp bist du? Meistens braucht man in Sommer andere Pflegemittel als im Winter. Was braucht deine Haut? Und – Wie soll sie aussehen? Meistens kann man bei täglicher Anwendung den eigenen Idealvorstellungen, wie die Haut aussehen soll, sehr nahekommen, doch dafür müssen auch die Bedürfnisse der Haut gedeckt sein.

Hauttypentests helfen, wenn ihr euch dabei nicht sicher seid, macht am besten einen. Es gibt viele verschiedene im Internet. Dabei kommt es meistens grob auf euer Alter an, euer Gewicht, ob ihr in der Stadt oder am Land lebt, wie oft ihr in die Sonne geht und ob ihr generell oft draußen seid oder nicht, ob ihr viel Sport macht, wie euer Essverhalten ist und wie oft ihr Alkohol trinkt oder raucht, wie eure Haut beschaffen ist (Unreinheiten, Falten, Poren, trocken, ölig, beides?) und was ihr von eurer Pflege erwartet.

Das sind sehr viele Fragen und die Antwort ist meistens sehr kurz.

Im Detail wird unterschieden:

Ölige Haut: Fettiger Glanz im Gesicht, großporig, häufig Unreinheiten, und Entzündungen.

Normale Haut/ Mischhaut: Glänzende Zonen an Kinn, Nase und Stirn. Geringe Neigung zu großporiger Haut.

Trocken Neigender Haut: Trockene, feuchtigkeitsarme Haut mit oftmaligem Spannungsgefühl nach der Reinigung. Feinporiges Aussehen, Zarte, dünne Hornhaut, die sich leicht schuppt. Neigung zu vorzeitiger Faltenbildung.

Extrem trockene Haut: Bereits dauerhafte Trockenheit. Starkes Spannungsgefühl, vor allen nach der Reinigung. Stärkere Schuppenbildung. Trockenheitsfalten, vor allem um den Mund, um die Augen und am Hals.

Die meisten von uns haben, vermute ich, Normale- oder Mischhaut oder zu Trockenheit neigender Haut. Das genau zu wissen ist deshalb so wichtig, weil ihr für die Herstellung der eigenen Pflegeprodukte nur die Öle und Fette verwenden solltet, die euch Nutzen und eure Bedürfnisse decken. Es gibt auch viele Stoffe, die für alle Hauttypen geeignet sind. Auch die Beschaffenheit der einzelnen Produkte ist wichtig, damit wir sie bei der Herstellung nicht zerstören. UND ihr solltet darauf achten, dass ihr Produkte kauft, die für kosmetische Zwecke geeignet sind. Zusätzlich empfehle ich immer darauf zu achten, wo die Produkte herkommen um lange Transportwege zu vermeiden und wie die Produkte selbst verpackt sind und für den Transport verpackt werden. Vielleicht gibt es einen Shop in eurer Nähe und die Öle die ihr braucht sind sogar in Glasflaschen verpackt.

 

Hier habe ich für euch ein paar Inhaltsstoffe/Bestandteile für die Naturkosmetik herausgesucht (alphabetisch):
A-G
  • Aloe Vera – Saft*, Konzentrat oder Gel* Bio – Temperatur empfindlich – alle Hauttypen, Achtung bei Gel, es können andere Stoffe enthalten sein, die wir nicht haben wollen.
  • Arganöl* – nicht trocknend, reife, trockene Haut, Akne, Schuppenflechte, Speiseöl
  • Avocadoöl BIO* – raue, sehr trockene Haut, bewahrt Feuchtigkeitsverlust, Stärkt die Hautschutzbarriere
  • Bienenwachs BIO* – (nicht vegan, da Bienen leiden), in Pellets geliefert, Konsistenzgeber, Schmelzpunkt 60°C – für Lippenbalsam, trockene Haut, hinterlässt einen Film, Konsistenzgeber
  • Carnaubawachs BIO* – Schmelzpunkt 80°C, in Pellets, Konsistenzgeber, Ersatz für Bienenwachs, vegan, pflanzlich, 0,5%-10% der Fettphase, erhöht die Haltbarkeit. Achtung: um andere Öle nicht zu zerstören, Carnaubawachs gesondert erhitzen, denn es braucht ca. 82°C.
  • Glyzerin*, Bio, gewonnen aus Pflanzen – zur Pflege 2-5% – Shampoo 1-2% – Reinigung 5-10%
  • Granatapfelkernöl BIO*als Nahrungsergänzungsmittel wird dieses Öl häufig in Kapseln angeboten zu recht hohen Preisen und beworben mit den Eigenschaften: Kalium, Kalzium, Eisen, Vitamine C + E, Flavonoide (Antioxidantien), Linolensäure (dreifach ungesättigte Fettsäure), Punicinsäure. Als Kosmetikartikel: Verbesserung der Hautelasitizät, Prophylaxe gegen Hautalterung, strafft die Haut. 
H-M
  • Hagebuttenöl BIO (Wildrosenöl, Rosehip-Oil)* – zieht schnell ein, ohne Rückstände; Anti Aging, Mitesser, Narben, Altersflecken, zellerneuernd, glättet die Haut, bei Models beliebt 😉 
  • Hamameliswasser BIO* – Klärt fettige Haut und wirkt antiseptisch, tonisiert die Haut und verfeinert die Poren
  • Hanföl BIO* – halbtrocknend/trocknend, normale, sensible, trockene Haut – lecker im Salat
  • Heilerde* – als Maske, Peeling – gegen Akne, fettiger Haut, Endzündungen uvm.
  • Holundersamenkernöl – zieht schnell ein, ohne öligem Film, hoher Anteil an Linolsäure, Vitamine E, D, C, B1, B2, Provitamin A/Retinol, Beta-Carotin
  • Hyaloronsäure & Kollagen* – nicht natürlich – 1,5% = 1,5g auf 100ml Flüssigkeit(die, die Creme enthält) in Glyzerin auflösen
  • Johanniskrautöl – endzündungshemmend, antibakteriell, Wunden, Ekzeme, Quetschungen, Sonnenbrand
  • Jojobaöl BIO* – Wachs, Konserviert, Schützt vor Wasserverlust, reife, trockene Haut, alle Hauttypen, Reich an Vitamin E, zieht schnell ein
  • Kakaobutter BIO* – (nicht vegan, da Menschen leiden), in Pellets, Schmelzpunkt 31-35°C -> höhere Erhitzung = schnellere Härtung – nicht trocknend, trockene, gereizte Haut
  • Kamille Bio* – als Öl oder Tee – entzündungshemmend, Wundheilung, Hautstoffwechsel
  • Kokosöl BIO* – Schmelzpunkt 21-25°C – nicht trocknend, trockene, rissige Haut, Vitamin E (in biologischem Kokosöl)
  • Lavendelöl BIO* – ätherisch, Blutdruck senken, gegen Pilze, fettige & Mischhaut, Insektenstiche
  • Mandelöl BIO* – trockene, schuppige Haut, Neurodermitis, Akne, Falten, Sonnenschutz, Haare, Vitamin A E B & D, Speiseöl, lauwarm verarbeiten
  • Milchsäure E270 – nicht vegan – als PH-Wert Stabilisierer – PH-Wert der Haut = 5-5,5 –> wird nach den Konservierungsmitteln (Bsp.:Rokonsal) in die fertige Creme gemischt
N-R
  • Nachtkerzenöl BIO* – Ekzem, Schuppen, ölige Haut und Falten; Reich an: Fettsäuren, Omega-Ölen, Linolensäure, Vitaminen und Mineralien
  • Natron* – Zähne, Augenringe, Schweiß (Deo), Schuppen, Pickel, gegen Übersäuerung, in Brot als Triebmittel
  • Olivenöl* – Speiseöl, trockene Haut, gegen Falten, Vitamin E
  • Orangenblüten- oder Neroliwasser – wird meistens als natürlicher Duft verwendet
  • Palmöl (Tegomuls), Emulgator – 26-40% Fettphase sollte die Creme enthalten – 4-5% Dosierung – Vegan, wenn Bio & FairTrade, lässt die Creme nahezu Rückstandslos einziehen– sollte dennoch vermieden werden
  • Ringelblume BIO* – antibakteriell, Verbrennungen, innere Unruhe, alle Hauttypen 
  • Rizinusöl BIO* – ätherisch, gegen Haarausfall, Akne, Warzen, Altersflecken, Falten, Zysten, fördert Durchblutung
  • Rokonsal* – darf in Europa in der Naturkosmetik als Konservierer verwendet werden – 1-2 Tropfen auf 10g Produkt = 3-6 Monate längere Haltbarkeit; INCI: Benzyl Alcohol, Glycerin, Benzoic Acid, Sorbic Acid.
  • Rosenöl BIO* – ätherisch, alle Hauttypen, trockene Haut, schlechte Durchblutung, alternder Haut, entzündungshemmend, pflegend
  • Rosenwasser BIO – sensible Haut, ölige Haut, Augenverträglich, antibakteriell, erfischend, tonisierend
  • Rosmarinöl BIO* – ätherisch, Akne, Fußpilz, Cellulite
R-Z
  • Salbei – wirkt entzündungshemmend, für Atemwege, Mundwasser, Deo
  • Seife – als Seifenblock Siahsoaps(umweltbewusste Variante) oder flüssige Naturseife*, BIO (Dr. Bronner´s*) – die Qualität der Inhaltsstoffe und Herstellung sind ausschlaggebend
  • Sheabutter BIO* – Schmelzpunkt 24-38°C – nicht trocknend, trockene, rissige, unreine Haut
  • Traubenkernöl – kalt gepresst, Speiseöl („Diätöl“), senkt Cholesterin, alle Hauttypen, Anti-Aging, zieht schnell ein, leicht und fettet nicht nach, verstopft Poren nicht, Linorsäure, Vitamin E
  • Teebaumöl BIO* – ätherisch, Insektenstiche, Akne, Wunden, regulierend, desinfizierend, kann in den Augen brennen
  • Vitamin E Öl – speichert Feuchtigkeit, Zellschutz, Dehnungsstreifen, Narben, regelt Cholesterinwerte, nicht überdosieren, ist in vielen Ölen enthalten und somit ausreichend vorhanden in einer Creme
  • Zirbenöl BIO* – muss unbedingt immer mit anderen Ölen verdünnt werden; wirkt klärend und reinigend (mit Mandelöl verdünnen); gegen Motten, schlechte Gerüche; Schlafstörungen, Tiefenatmung, Durchblutung, Konzentrazion; als Holzmöbelpflege (mit Leinöl verdünnen)

 

Ihr braucht natürlich nicht alle diese Rohstoffe. Die meisten in meinen Rezepten sind austauschbar. Ihr solltet nur die kaufen, die ihr auch wirklich für eure Ansprüche der Haut braucht. Vielleicht findet ihr sogar was, das ihr auch in den Salat geben könnt 😉

Die meisten meiner Produkte haben ich bei Stübener Kräutergarten bestellt, da die, wie ich, aus Österreich sind und durch die Großverpackungen weniger Müll produzieren. Sie haben auch sehr viele Bio-Produkte im Sortiment, sind preislich vertretbar und Informieren ausreichend über ihre Produkte.

Tipps:

Ich verwende mache dieser Rohstoffe auch gerne pur, wie zum Beispiel Aloe Vera als Primer, Jojobaöl zum Abschminken, Rosenwasser als Tonisierer, Teebaumöl bei Pickeln. Funktioniert alles, auch bei meiner öligen Mischhaut, die ich dadurch noch besser unter Kontrolle habe, ohne meine Haut mit Silikonen und Parabenen zu belasten.

Aloe Vera Saft kann auch ganz einfach selbst hergestellt werden. Ihr kauft einfach eine Aloe Pflanze im nahegelegenen Baumarkt. Bestenfalls darf die Aloe Vera 3 Jahre alt werden, bevor Ihr die Blätter erntet. Nach dem Ernten den Bitterstoff aus den Blättern laufen lassen indem ihr die Blätter in ein Glas mit der Schnittkante nach unten stellt. Nach ca. einer Stunde (kann aber auch länger stehen) bearbeitet ihr die Blätter weiter indem ihr zuerst die Seiten, mit den Stacheln, abschneidet und dann das Fleisch vom Rest befreit indem ihr ganz knapp an der Haut entlang schneidet. Die Blätter werden euch schnell und immer wieder entgleiten, da das Fleisch der Aloe Vera sehr rutscht. Das klare innere des Aloe Vera Blattes könnt ihr dann mit einem Mixer zu einer homogenen Masse verarbeiten und in eine Flasche abfüllen.

PH-Wert der Haut

Mit einem PH-Wert Teststreifen und Milchsäure kann der PH-Wert stabilisiert und für die Haut verträglich gemacht werden. Der PH-Wert einer gesunden Haut liegt ca. bei 5,5. Umso höher der PH-Wert, umso mehr wird die Haut ausgetrocknet. Ein leichter basischer Wert von 7 – 7,5 trocknet die Haut nicht aus. Der Körper kann leichte Ungleichheiten neutralisieren. Die Milchsäure kann helfen einen zu hohen PH-Wert einzustellen, indem er niedriger, also sauerer, wird. Hier bitte Tröpfchenweise arbeiten. Funktioniert auch mit Zitronensäure. Dafür 15g Zitronensäure mit 35g destilliertem Wasser vermischen. PH-Wert: 1= Sauer, 14= Basisch 7= Wasser. 

Wenn du dir deine persönlichen Cremes und Lotions nun selbst brauen möchtest, findest du hier alle Rezepte und auch noch weitere schöne Produkte, die ganz einfach selbst herstellen kannst. Tipp: Unter meinen Rezepten sind auch sehr viele Tipps „versteckt“.. Naturkosmetik ist variabel, hat man einmal herausgefunden, wie es geht, kannst du jedes Rezept perfekt auf dich zuschneiden.

Viel Spass!

Hast du Fragen oder Anregungen – schreib mir einfach 🙂

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